Erst die Preußen brachten sie an den Mittel- und Niederrhein , wo zu Weihnachten traditionell die Krippe aufgebaut wird.

Als nach dem Wiener Kongress im Jahr 1815 preußische Beamte und ihre Familien in die Rheinprovinz versetzt wurden, nahmen sie ihre Weihnachtsbräuche mit.

Die Weihnachtsbäume wurden aber auch mit "Puppen und Zucker behänget", worüber sich der Straßburger Prediger Johann Konrad Dannerhauer ereiferte. Dabei hatte der Festbaum nichts mit der Abwehr von bösen Geistern und dunklen Mächten zu tun.

Die Fürstenhäuser verteilten den Weihnachtsbaum über Europa Im 17. Jahrhundert verbreitete sich der Brauch mit dem geschmückten Baum von Stadt zu Stadt, berichtet die Volkskundlerin Weber-Kellermann weiter. Hohe Beamte und wohlhabende Bürger übernahmen die neue Mode.

In ihrer Herberge stellten sie ihn dann auf und naschten schließlich auch von ihm.

Dass der erste Christbaum in den Zünften zu finden ist, und nicht im Straßburger Münster, wie man ebenfalls häufig liest, das hat auch Nina Gockerell herausgefunden.

Welchen Aufwand sie bisweilen betrieben, zeigt ein besonders schöner Christbaum in Nürnberg , von dem ein Zeitgenosse im Jahr 1795 schwärmt: "An allen Ästchen und Zweigen hingen kostbare Konditorwaren, Engel, Puppen, Tiere, alles aus Zucker…

Auch vergoldetes Obst hing daran, so dass man unter diesem Baum wie in einem Speisegewölbe sich befand." Als wäre das nicht genug, ist noch von "unzähligen Wachslichtlein" die Rede, die "wie Sterne am Himmel" leuchteten.

"Ein gewaltiger Tannenbaum, der fast bis zur Decke reichte" – so erzählt Thomas Mann von Weihnachten bei den Buddenbrooks, "…

geschmückt mit Silberflitter und weißen Lilien – und an der Spitze ein schimmernder Engel." Im 19.

Die ehemalige Professorin für Europäische Ethnologie an der Universität Marburg beruft sich auf eine Bremer Zunftchronik aus dem Jahr 1570.

Darin wird von einem kleinen Tannenbaum berichtet, der mit Äpfeln, Nüssen, Datteln, Brezeln und Papierblumen geschmückt und im Zunfthaus aufgestellt wurde.

Es dauerte allerdings eine Weile, bis der festlich geschmückte Baum seinen Platz unter den rheinischen Katholiken fand.